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Supplement - Unsere Meinung - Beitrag "EU-Tierversuchsrichtlinie"

Unsere Meinung

Die 1. stellv. Bundesvorsitzende übt Kritik an der Stellungnahme des Bundesrates zur EU-Tierversuchsrichtlinie / 19. Februar 2009



Symptomatisch für den Stellenwert, der hierzulande dem Tierschutz eingeräumt wird, ist gleichfalls die Tatsache, dass zwei wichtige - wenngleich noch unzureichende - Verbesserungen im EU-Entwurf rundweg abgelehnt wurden: zum einen die Veröffentlichung von Tierversuchsergebnissen, zum anderen eine rückwirkende Bewertung von Tierversuchen. Beides soll im EU-Entwurf bei Primatenversuchen zwingend erfolgen, bei anderen Tierarten entscheidet hierüber die jeweilige Genehmigungsbehörde.

Aus dem skandalösen Verhalten der Ländervertreter, eigentlich selbstverständliche und überfällige Maßnahmen nicht zuzulassen, kann man nur den einen Schluss ziehen: Man will weiter täuschen und tricksen und die Bevölkerung im Unklaren darüber lassen, dass Tierversuche Milliarden von Steuergeldern verschlingen, die Resultate aber gleich Null sind!

Zu diesem Ergebnis kam bereits im Jahr 2006 Professor Dr. Toni Lindl vom "Institut für angewandte Zellkultur" in München, der in Zusammenarbeit mit der "Akademie für Tierschutz" des Deutschen Tierschutzbundes eine Langzeitstudie zum Thema "Was erbringen Tierversuche für den Menschen?" durchführte. Das Ergebnis: nichts! O-Ton Lindl: "Außer einer Therapie für Kleintiere ist nichts herausgekommen."

Die nachgerade niederschmetternden Empfehlungen des Bundesrates werden also seitens der Bundesregierung im Ministerrat der EU vertreten. Dieser sowie das EU-Parlament müssen der geänderten Versuchstier-Richtlinie zustimmen, bevor sie in Kraft tritt.

Es steht außer Frage, dass die EU-Richtlinie aus dem Jahr 1986 dringend der Überarbeitung bedarf. Bei den (2007) bundesweit 2,6 Millionen für Versuche missbrauchten Tieren - EU-weit ermittelte man im Jahr 2005 die gigantische Zahl von 12 Millionen - wurden die gentechnisch veränderten Tiere noch nicht eingerechnet. Gerade auf diesem Gebiet hat eine große Ausweitung von Tierversuchen stattgefunden.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz hofft, dass sich die Bundesregierung mit ihren Tier-verachtenden, dafür umso Lobby-freundlicheren Statements nicht durchsetzen wird. Darüber hinaus ist zu hoffen, dass durch die kommenden Wahlen eine grundlegende Wende im rücksichtslosen Umgang des Menschen mit den Tieren eingeleitet wird!

Margret Giese

1. stellv. Bundesvorsitzende / Partei Mensch Umwelt Tierschutz


Unsere Meinung

Foto: Margret Giese

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