Supplement - Unsere Meinung - Beitrag "Retrospektive"
Unsere Meinung
Retrospektive des Bundesvorsitzenden
zum Jahreswechsel 2008
Liebe Parteimitglieder, liebe Kollegen/Innen, liebe Mitstreiter/Innen,
wie immer um diese Zeit bin ich nicht in Festtagsstimmung, weil ich an den weihnachtlichen Konsumterror, an die Hungernden in der Dritten Welt und an die Millionen Tiere denke, die speziell zu den Feiertagen ihr Leben lassen müssen. Seltsame Welt! Auf der einen Seite leiden Milliarden Lebewesen, Menschen und Tiere – auf der anderen Seite wird so getan, als ob dies Elend nicht existent wäre.
Deshalb kommen auch keine Weihnachtsgrüße in der üblichen Art und Weise. Ich hoffe, man/frau wird es mir verzeihen können!
Das Jahr 2008 neigt sich dem Ende zu. Für mich ist das ein Anlass zur Retrospektive.
Das Jahr war arbeitsreich und mehr als stressig. Ich habe mir selbst ein großes Arbeitspensum zugemutet – einigen Vorstandsmitgliedern nicht minder!
Margret Giese, die 1. stellvertretende Vorsitzende, hat zuweilen "Übermenschliches" geleistet: nicht nur die Übersetzung eines ganzen Kinofilmes vom Englischen ins Deutsche, sie war auch diejenige, die akribisch jede Ausgabe der "ZeitenWENDE" in der Endkontrolle vor der Drucklegung auf Fehler überprüfte – und dies trotz Landtagswahlen, Unterschriftensammeln und der Teilnahme an etlichen Demonstrationen.
Ingeborg Holst, die 2. stellvertretende Vorsitzende, organisierte fantastisch das erstmals in der Parteigeschichte stattgefundene Arbeitstreffen am 22. und 23.11.2008 in Frankfurt, an dem der Bundesvorstand, die Vorsitzenden der Landesverbände und etliche aktive Parteimitglieder teilnahmen. Die Vorbereitungen hierzu waren zeitintensiv und stressig, denn jeder weiß, wie schwierig es ist, viele "Leute unter einen Hut" zu bekommen.
Manfred Holst, unser stellvertretender Schatzmeister, hat nicht nur hervorragende Arbeit bezüglich der Budgetplanung 2009 und anderer finanzieller Belage geleistet, es ist ihm auch gelungen, die Voraussetzungen für unsere Internet-Konferenzen so zu optimieren, dass wir dieses System nun endlich verwenden können.
Das Redaktionsteam der "ZeitenWENDE" hat gute Arbeit geleistet und interessante Beiträge für jede neue Ausgabe aus dem Ärmel gezaubert.
Und last not least hat unsere Schatzmeisterin Christine Engelschall einen hervorragenden Job gemacht und mich stets über die Parteifinanzen auf dem Laufenden gehalten. Trotz meiner unzähligen - manchmal vielleicht nervenden - Anfragen hatte Sie immer ein offenes Ohr für mich und nahm sich die Zeit, mir komplizierte finanztechnische Dinge zu erklären.
Ohne die Hilfe der oben genannten Mitstreiter/innen wären wir heute nicht dort, wo wir sind. An dieser Stelle deshalb ein ganz großes Dankeschön! Ebenso ein großes Dankeschön an die Vorsitzenden unserer Landesverbände; die konstruktive Zusammenarbeit in 2008 war ein klares Zeichen, dass wir - entgegen aller Unkenrufe - eben keine "Streitpartei" sind. Auch sie haben in ihren Landesverbänden tolle Arbeit geleistet.
All diese Kraftakte waren notwendig gewesen, denn etliche unerledigte Dinge, die noch aus der Vergangenheit herrühren, mussten aufgearbeitet werden.
Und einige Punkte konnten auch von der "Arbeitsliste" gestrichen werden:
Die "ZeitenWende" hat jetzt das Maß an Professionalität erreicht, das mir vorschwebte bezüglich des Stil der Beiträge, des Layout und der Erscheinungstermine.
Ich kann an dieser Stelle ebenfalls verkünden, dass unsere neue Partei-Homepage in der ersten Januarwoche online geht. Ich habe die letzten beiden Monate "Tag und Nacht" daran gearbeitet, oft bis zu 18 Stunden täglich: es wurden rund 160 abrufbare Einzelseiten verfasst und in die Gesamtstruktur eingebunden, zusätzlich eine „Bibliothek“ mit ausgesuchtem Textwerk zusammengetragen, die auf der neuen Homepage abrufbar ist, eine riesige Menge an Foto- und Filmmaterial eingebaut und die Möglichkeit geschaffen, dass man in einer "Mediathek" Video- und Musikaufnahmen (Tierschutz- und Umweltschutz-Songs) ansehen und/oder downloaden kann, ebenso unsere Plakate, Flugblätter usw.
Unsere Homepage braucht jetzt einen Vergleich mit den Webseiten anderer Parteien nicht mehr zu scheuen!
Auch die Arbeiten an einer farbenfrohen und modernen Grafik für unser Partei-Logo (der Partei-Name wird dadurch selbstverständlich nicht berührt) sind fast zum Abschluss gekommen. Noch geringfügige farbliche Nuancierungen müssen überdacht und durchgeführt werden, damit die Grafik den letzten Schliff erhellt und sich harmonisch in die neuen Webseiten unserer Partei und in die "ZeitenWENDE" einfügen lässt.
Über die Entwürfe wurde im Bundesvorstand - zusammen mit den Vorsitzenden der Landesverbände - und unter Einbeziehung unserer Arbeitsgruppe "PR & Wahlkampf" lange beraten und zuweilen auch sehr hart und kontrovers diskutiert, denn so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre ganz persönlichen Vorstellungen und Assoziationen zu einer grafischen Darstellung.
Der stilisierte Regenbogen, der bald unseren Partei-Namen zieren wird, hat eine lange Tradition. In den deutschen Bauernaufständen 1512 war der das Symbol der ausgebeuteten und unterdrückten Landbevölkerung, die für ihre Freiheit und Rechte kämpfte. Der Regenbogen dient heute der Internationalen Friedensbewegung als Wappen. Und die "Rainbow-Warrior", das erste Schiff von Greenpeace, das 1985 vom französischen Geheimdienst heimtückisch versenkt wurde, weil es zu einer Protestfahrt gegen die Atombomben-Tests Frankreichs in die Südsee ausgelaufen war, hatte das Regenbogen-Symbol auf ihrer Bordwand. Die "Rainbow Worrior 2", die am 10. Juni 1989, dem Jahrestag der Versenkung ihrer Vorgängerin in Dienst gestellt wurde, durchpflügt noch heute mit der Regenbogen-Flagge die Weltmeere.
In einer indianischen Legende heißt es: "Wenn die Erde verwüstet wurde und die Tiere sterben, wird ein neuer Stamm auf die Welt kommen, der aus Menschen vieler Farben, Klassen und Glaubensrichtungen bestehen wird. Sie werden durch ihre Taten die Erde wieder grün machen und Krieger des Regenbogens (Warriors of the Rainbow) genannt werden."
Welches Symbol könnte besser unsere großen Ziele verdeutlichen als der Regenbogen? Wir kämpfen für die Freiheit und Rechte der Milliarden gequälter und ausgebeuteter Tiere, wir treten ein für die Gleichberechtigung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts und ihres Glaubens, wir kämpfen für die durch Gifte, Abgase und Müll verschandelte Erde, weil sie die Heimstatt aller Lebewesen ist und zu schützen gilt. Aber wir kämpfen mit demokratischen und friedlichen Mitteln (die zweite Bedeutung des Regenbogens) für unsere Ziele.
Wir sind mit unserem politischen Engagement für die versklavten, gefolterten und ermordeten Tiere und für die bedrohte Umwelt die neuen "Krieger des Regenbogens". Und wir können mit Stolz dieses Symbol zukünftig tragen, denn wir waren die erste Tierschutzpartei weltweit - und sind heute noch immer die einzige Partei in Deutschland, die sich gleichermaßen konsequent für Menschen, Tiere und Umwelt einsetzt.
Wir haben hart an dem Filmprojekt "MEAT THE TRUTH" gearbeitet, das wir mit der Nicolaas G. Pierson Foundatoin und unserer niederländischen Schwesterpartei, der "Partij voor de Dieren" (Partei für die Tiere) verwirklichen wollen. Der Fernsehsender TIER.TV, mit dem ich diesbezüglich Verhandlungen führte, hat mir bereits prinzipiell zugesagt, dass er den Film im kommenden Jahr gleich mehrmals ausstrahlen wird.
Auf dem 38. Welt-Vegetarier-Kongress in Dresden und auf der POLITICA in Kassel waren wir vertreten und konnten unsere Partei und unsere Ziele erfolgreich darstellen. Parteimitglieder aus dem Bundesvorstand und den Landesverbänden nahmen an vielen weiteren Kundgebungen und Demonstrationen für Tierrechte und Tierschutz in ganz Deutschland teil - mit eigenen Info-Ständen oder als Mitdemonstranten. Wir haben wahrlich gute Arbeit geleistet!
Für mich war es oft nicht einfach gewesen, auf der "Brücke und am Ruder" zu stehen. Auf der Rückreise von Kassel (ich betreute dort unseren Info-Stand) hatte ich - unverschuldet - einen recht schweren Verkehrsunfall. Kein Wunder - seitdem ich zum Bundesvorsitzenden vor etwas mehr als einem Jahr gewählt wurde - bin ich rund 20.000 Kilometer in Partei-Angelegenheiten durch Deutschland "getourt". Da kann so etwas schon passieren.
Es gab Stunden, da habe ich mich als "Steuermann" sehr einsam gefühlt – vor allem dann, wenn notwendige Entscheidungen angestanden haben, die einige Mitglieder auf den ersten Blick als verfehlt betrachteten. Ich hätte das "Ruder" in solchen Situationen gern anderen überlassen. Aber mir war bewusst, wenn zu viele das Steuer hin- und herbewegen, kann das Schiff schnell auf einen falschen Kurs geraten. Ich habe also weiter gesteuert – auch wenn der Mut müde geworden war. Und noch etliche Klippen und Untiefen liegen vor uns, aber unsere Partei ist definitiv auf dem richtigen Kurs. Machen wir also weiter so!
Was die Wahlen betrifft, wird es nicht leicht werden, Menschen für unsere Ziele zu begeistern. Finanzkrise, Zukunftsangst und zunehmende Politikverdrossenheit werden auch wir zu spüren bekommen!
Trotzdem bin ich optimistisch und glaube an das Vorankommen unserer Partei. Andernfalls würde ich den "Job Bundesvorsitzender" nicht machen, denn jeder hat nur eine begrenzte Lebenszeit, in der es gilt, ein optimales Ergebnis für diejenigen zu erzielen, die der Hilfe bedürfen. Das ist für mich "suprema lex" – oberstes Gebot.
All den Mitgliedern, die sich im Laufe des Jahres für diese "Hilfsbedürftigen" eingesetzt haben, möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich danken.
Ich entrichte Euch/Ihnen meine persönlichen Grüße, aber auch die Grüße des gesamten Bundesvorstandes und wünsche Euch/Ihnen abschließend harmonische Tage bis zum Jahreswechsel, einen "guten Rutsch" und ein erfolgreiches neues Jahr.
Und bleibt/bleiben Sie … vor allem gesund!
Ihr/Euer Stefan Bernhard Eck
(Bundesvorsitzender / Partei Mensch Umwelt Tierschutz)
Unsere Meinung
Foto: TIER.TV







