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Service - Bibliothek - Konfliktpotential Wasser

Konfliktpotential Wasser

Wie der Welt langsam das Wasser ausgeht

"ZeitenWENDE" (Ausgabe 30 / 2008)
Dominik Storr

Wasserknappheit ist bereits heute eines der größten globalen Probleme, mit denen sich die Menschheit konfrontiert sieht. Aufgrund der fortschreitenden Erderwärmung und der zunehmenden Versteppung großflächiger Regionen in Südeuropa, Afrika, Asien und Australien ist Süßwasser vielerorts zur Mangelware geworden. Damit steigt auch die Gefahr von globalen Ernährungskrisen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben bereits heute 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Je nachdem wie sich die Bevölkerungszahlen entwickeln, werden im Jahr 2025 zwischen 2,7 und 3,1 Milliarden Menschen in ca. 40 Ländern keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Zahl der Menschen, die mit Wasserknappheit leben müssen, wird nach UNO-Schätzungen innerhalb der nächsten 25 Jahre auf etwa 5,4 Milliarden steigen. Der Nahe und Mittlere Osten sowie weite Teile Afrikas sind am stärksten von Wasserknappheit betroffen. In Zukunft dürfte sich die Situation dort drastisch verschärfen, da sich die Bevölkerung in diesen Regionen in den nächsten 50 Jahren voraussichtlich verdoppeln oder sogar verdreifachen wird. Zudem wird der weltweite Wasserverbrauch bis zum Jahr 2025 nochmals um etwa 40 Prozent steigen.

Verschmutztes Trinkwasser ist weltweit Krankheitsursache Nummer eins

In den Entwicklungsländern hängen bereits rund 80 Prozent der Krankheiten und Todesfälle mit verschmutztem Wasser zusammen. Schon heute müssen in diesen Regionen rund 2,5 Milliarden Menschen ohne Abwasserentsorgung auskommen. Selbst dort, wo das kostbare Gut "Wasser" noch zur Verfügung steht, führt seine schlechte Qualität häufig zu lebensbedrohlichen Krankheiten. Vor allem die hohe Kindersterblichkeit in der Dritten Welt hängt unmittelbar mit verschmutztem Trinkwasser zusammen.

Landwirtschaft verbraucht 70 Prozent des verfügbaren Süßwassers

Die folgenden Zahlen schockieren: Über 70 Prozent des weltweit verfügbaren Trinkwassers werden in der Landwirtschaft verbraucht. Dabei werden rund 50 Prozent des gesamten Trinkwassers für die Massentierhaltung vergeudet. Im Vergleich hierzu verwendet die weltweite Industrie "lediglich" 20 Prozent der Süßwasserressourcen. In der Landwirtschaft geht überdies mehr als die Hälfte des wertvollen Ressource durch ineffiziente Bewässerung verloren. Für die Produktion von einem Kilogramm Fleisch wird im Durchschnitt etwa hundertmal mehr Wasser verbraucht als für ein Kilogramm Getreide. Wenn Sie Fleisch und Käse essen oder Milch trinken, tragen Sie somit wesentlich zur Verschwendung der wichtigen Ressource „Wasser“ bei. Zudem leisten Sie einen nicht unerheblichen Beitrag dazu, dass unser Grundwasser schleichend mit Nitrat kontaminiert wird. An vielen Orten " vor allem auch in Deutschland - liegt die Nitratbelastung bereits deutlich über den Grenzwerten. Zudem ist das bei der Massentierhaltung anfallende Methangas der Klimakiller Nr. 1. Auch diese Tatsache ist erwiesen, wird jedoch wegen der Milliardengewinne, die bei der Massentierhaltung erzielt werden, lieber verschwiegen.

Konfliktpotenzial Wasser

Wo Wasserressourcen knapp werden, sind kriegerische Konflikte nicht mehr weit. Über 200 Fließgewässersysteme überschreiten nationale Grenzen. 100 Nationen teilen sich nur etwa 12 große Flüsse und Seen. Hinzu kommt, dass die Landwirtschaft in vielen Ländern ohne stetige künstliche Bewässerung sofort zum Erliegen kommt. Noch nie da gewesene Ernährungskrisen werden daher die ersten Anzeichen einer globalen Wasserknappheit sein. Vor allem in den Trockengebieten, wie z.B. im Jordan-Becken, in der Nilregion oder der Euphrat-Tigris-Region, werden daher die Konfliktpotentiale stark zunehmen. Der ehemalige UN-Generalsekretär Boutros Ghali prognostizierte: ",Der nächste Krieg im Nahen Osten (...) wird nicht um Politik, sondern um Wasser geführt werden6QUOT,.

Was ist zu tun?

Was jeder Einzelne tun kann, ist Wasser zu sparen. Da, wie bereits erwähnt, der überwiegende Teil des Trinkwassers in der Massentierhaltung vergeudet wird, schont der konsequente Verzicht auf Fleisch und Milch unsere lebenswichtige Ressource "Wasser". Dies sollte ein jeder verinnerlichen. Ein Mensch, der Fleisch oder Käse isst, verschwendet daher mehr Wasser und zerstört mehr Klima, als zum Beispiel ein Geländewagenfahrer, der Vegetarier ist. Dabei denke ich zum Beispiel an den "grünen" Jürgen Trittin. Wetterte der eifrig Fleisch verzehrende, in Großraumtransportflugzeugen umherfliegende und im Audi A 8 herumkutschierende ehemalige Bundesminister nicht einst mächtig gegen Geländewagenfahrer und Vegetarier? Kaum zu glauben, dass dieser, meiner Meinung nach ignorante Herr, einmal Umweltminister war.

II. Quartal 2008


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