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Zeitenwende - Treibhaus Erde
So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist soweit!
"ZeitenWENDE" (Ausgabe 25 / 2007)
Sabine Jedzig und Stefan Bernhard Eck
Hoimar von Ditfurths Buch "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen - Es ist soweit" erschien im Jahre 1985. Einige Kapitel darin befassen sich mit dem Zusammenbruch der Biosphäre und den globalen Folgen des Treibhauseffektes. Es war eine erschreckende Zukunftsvision, der man eher skeptisch gegenüberstand. Heute - nur 22 Jahre später - ist das apokalyptische Szenario Realität geworden.
Die durchschnittliche Temperatur auf unserem Planeten hat sich um rund 0,5 Grad erhöht - Tendenz weiter steigend. Die Gletscher der Alpen ziehen sich zunehmend zurück. Wir erleben ein Weihnachten und Silvester 2006 ohne Schnee in Mitteleuropa; vielerorts blühen Ende Dezember Löwenzahn, Margeriten und Buschwindröschen. Die Eisdicke in der Arktis hat seit den 50er Jahren schon um 40% abgenommen. Eisbären verhungern oder fallen sich gegenseitig an, weil ihr polarer Lebensraum sich drastisch verändert hat und sie keine Nahrung mehr finden. Der Meeresspiegel ist definitiv im Steigen begriffen. Wirbelstürme der „Kategorie 5“ im Atlantik und im Pazifik haben sich von Jahr zu Jahr annährend verdoppelt. Subtropische Trockenzonen breiten sich bis zu 300 km polwärts aus. Der Treibhauseffekt führt zu einer großflächigen Vernichtung des Tropenwaldes; aber auch die Wälder in den gemäßigten Breiten sind in ihrem Bestand durch Trockenheit, Hitze und durch Waldbrände massiv bedroht. Der globale Klimawandel wird sich im Laufe des 21. Jahrhunderts fortsetzen; er wird dramatischer ausfallen als bisher angenommen.
Das Chaos-Szenario hat nichts mehr mit Utopie zu tun. Es ist ebenso bedrohlich wie real geworden. Die Erderwärmung und ihre Folgen werden, so die Vorhersage einer Pentagon-Studie, zu Kriegen um die Vorräte an Erdöl, Wasser und Lebensmitteln führen und die zukünftige Geschichte unseres Planeten bestimmen.
All dies ist geschehen, weil der größte Teil der Erwärmung unseres Planeten auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Der Klimakollaps wird unsere Welt, wie wir sie heute kennen, wahrscheinlich noch innerhalb des 21. Jahrhunderts destabilisieren - politisch, ökonomisch und ökologisch. Durch die enormen Süßwassermengen, die von den schmelzenden Gletschern, vom Polareis und durch Regen freigesetzt werden, könnte der Golfstrom schon in naher Zukunft aus dem Takt geraten. Die Folge wären verheerende Dürren im Süden der USA und Afrikas und Überschwemmungen in vielen Regionen Asiens. Skandinavien würde sich in eine Eiswüste verwandeln. Millionen von Menschen würden ihre Heimat verlassen und in Länder emigrieren, in denen die klimatischen Bedingungen erträglicher sind.
Seit Jahren warnen Wissenschaftler vor den Folgen des Treibhauseffektes, doch der weltgrößte Energieverschwender - die Vereinigten Staaten von Amerika - stellt sich taub und blind. Damit nicht genug - ein viel größeres Gefahrenpotential für das Klima unserer Erde ist in Asien entstanden. In China, Indien und Indonesien leben rund 40 Prozent der Weltbevölkerung. Addiert man die asiatischen und südostasiatischen Anrainerstaaten wie Bangladesh, Pakistan, Sri Lanka, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, die Philippinen und Südkorea dazu, entspricht dies annährend der Hälfte der Weltbevölkerung. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung in diesen einstigen Entwicklungs- und Schwellenländern sind in den vergangenen Jahren weit mehr als eine Milliarde kaufkräftige Konsumenten zu den wohlhabenden Bewohnern der reichen Länder hinzugekommen. Zusammen entspricht die Kaufkraft dieser Konsumenten mittlerweile der der USA.
Derzeit entfallen bereits rund ein Fünftel des weltweiten Auto-Bestandes auf die Schwellen- und Entwicklungsländer. Es ist also abzusehen, dass sich die asiatischen Menschenmassen mobil machen werden und sich infolge der Klimakollaps drastisch beschleunigen wird.
Wir können also getrost jenes Apfelbäumchen pflanzen, denn es ist tatsächlich soweit.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir uns noch stärker als bisher im Umweltschutz engagieren, denn es geht um die Heimstatt aller Lebewesen - die der Menschen und der Tiere.
II. Quartal 2008
Foto: aboutpixel.de / Wir sind Papst! Sven Schneider







